Oberschwesterchen nach dem Praktikum

Nun war das Praktikum also rum.

OSH in spe wusste wo es hin gehen sollte.

Also ab nach hause und an der Zukunft arbeiten.

Als erstes hieß das: Praktikumsbericht fertig stellen.

Wir hatten so ein vorgedrucktes Heft in dass wir alle möglichen Infos zum Praktikumsbetrieb und diverse Tätigkeits- sowie Tagesberichte eintragen sollten.

Trocken wie 2 Meter Feldweg in Simbabwe.

Also schnitt ich die Seiten auseinander und puzzelte mir diese entsprechend wieder zusammen, so das ich die einzelnen Themen ausweiten konnte.

Wie sollte ich denn auch die Erlebnisse einer Geburt auf eine DIN A4 Seite Vordruck quetschen???

Ich pflegte Infomaterial ein, schrieb Berichte, zeichnete Pläne etc. So richtig strebermäßig … ich … das Mädchen, dass nie einen Handschlag mehr gemacht hat als unbedingt nötig war.

Zum Schluß gab ich einen von diesen 4 cm Ordnern ab.

Im Anschluß hab ich mich nur noch halbherzig den typischen Berufsberatungsthemen in der Schule gewidmet.

Unter anderem Stand ein Ganztagsausflug in BIZ (Berufsinformationszentrum) an. Was sollte OSH in spe da denn auch?

Also ganz typisch Dickkopf langweilte ich mich ziemlich rum.

Irgendwann hab ich mich dann an einen dieser PCs gesetzt, an denen man zig Fragen zu seinen Interessen gestellt bekam und immer aus 4 Antworten auswählen musste.

Beispiel:

Arbeiten sie gerne mit Menschen zusammen?

a) Nein

b) eher nein

c) eher ja

d) Ja

Ich habe mir also den Spaß gemacht und immer das angegeben, was meiner Meinung nach am besten zur Krankenschwester passte. Nun ja … trotz dreimaliger Wiederholung und dabei diversen Anpassungen kam immer der Vorschlag, ich sollte mich mal als Justizvollzugsbeamtin versuchen.

Das Ding war eindeutig kaputt!

Das Einzige, was ich an diesem Tag mitnahm war eine Liste mit allen möglichen Adressen großer Kliniken in Großstädten aller Himmelsrichtungen und einem kleinen Krankenhaus mit gutem Ruf aus der Gegend (falls mich der Mut, weg zu gehen, doch noch verlassen sollte).

Aber ich wollte weg.

Weg aus der Gegend, die so nah am Ort des Fie…. lassen wir das, ich wiederhole mich.

Ich wollte nicht alle möglichen Krankheiten aus Büchern kennen, ich wollte sie erleben.

Und ich wollte in eine Gegend, in der man auch leben und feiern kann … ich wollte Großstadtflair.

Also machte ich mich ans Bewerbungen schreiben.

1996 war das aber ja noch nicht so, dass jeder Haushalt einen PC hatte … ne ne nee …. die Dinger wurden ALLE ohne PC ohne Kopierer (der musste im Schreibwarenladen schließlich bezahlt werden und war somit nur den Zeugnissen vorbehalten) auf der elektrischen Schreibmaschine getippt.

Und ich sag euch eins… wenn OSH in spe was wollte, dann war sie erst mit 110% zufrieden. Das hieß: kein Tippex!

Wenn da ein Fehler drin war, dann wurde neu geschrieben!

Und ich hatte insgesamt 12 Bewerbungen geplant.

Ihr könnt euch vorstellen….

Meine Sehnenscheidenentzündung fand da wohl ihre Manifestation.

Ich war natürlich recht früh dran. Es war das Frühjahr/Sommer 1996, ich konnte nur das 1. Halbjahreszeugnis Klasse 9 beilegen. Voraussichtlicher Abschluss Sommer 1998.

Von allen bekam ich die Antwort, dass die Gespräche für das Ausbildungsjahr 1998 erst nach dem Halbjahreszeugnis Januar 1997 geführt werden und man mich dann noch mal zwecks Terminabsprache anschreibt.

Nun hieß es abwarten und Tee trinken.

Und um meine Geduld war es immer ziemlich, nun ja … sagen wir mal so, für mich ist der Spruch

Herr schmeiß Geduld vom Himmel, ABER EIN BISSCHEN PLÖTZLICH!

gemacht worden.

Die braucht ihr nun auch.

Bis demnächst,

Gute Nacht Welt

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