Ein Landei zieht in die Großstadt – die Ausbildung beginnt

Eines fernen Tages, Oberschwester Hildegard hat die restliche Schulzeit noch hinter sich gebracht, kam der Tag des Umzuges.

Großstadt ich komme!

Da ich den beziehungstechnischen Nebenschauplatz, nach 3 Jahren, kurz vor beginn der Ausbildung beendet hatte, musste mich eine andere Vertrauensperson fahren.

Mutti hatte  noch ein Care-Paket an Lebensmitteln gekauft, damit ich nicht verhungere und schon ging es mit Sack und Pack los.

Leider standen wir ewig im Stau, so dass ich erst weit nach der, mit der zuständigen Wohnheim-Hauswirtschafterin, vereinbarten Zeit ankam.

Die Frau war weg und ich hatte offiziell nun für kommende Nacht kein Zimmer.

Leider hinterließ sie auch keinen Schlüssel irgendwo für mich und so hab ich mich dann, mit Ausbildungsvertrag ausweisend, in der Klinik rumgefragt, bis mir jemand ein Zimmer für eine Nacht zuwies. Zum Glück war dieses Zimmer im selben Gebäude, in dem auch mein späteres Wohnheimzimmer sein würde. In diesem Gebäude, gebaut wie ein Seitenschenkel der Kinderklinik, war die Aufteilung nämlich wie folgt:

EG: Schule für Kranke und Besucherkindergarten

1. OG: Kinderkrankenpflegeschule

2. OG: Schwesternwohnheim (grundlegend für die Kinderkrankenschwestern, mit  mir waren dann nur 3 Krankenschwesternschülerinnen dort)

3. OG: Elternzimmer

In einem der Elternzimmer habe ich also meine erste Nacht verbracht.

 

Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr kam der Hauswirtschafts-Drachen und brachte mir meinen Schlüssel.

Sie ging mit mir noch bis zur Eingangstür der 3. Etage, öffnete diese und zeigte von dort aus den langen Flur hinunter:

So, das letzte Zimmer hinten links ist Ihres. Und denken Sie noch mal an die Hausordnung, die Sie unterschrieben haben: Herrenbesuch hat um 22:00 Uhr das Haus zu verlassen.

Das schien in ihren Augen der einzig wichtige Punkt zu sein *gg*

Dann ging sie weg.

Gut dass sie weg ging.

Kaum fiel hinter mir die Glastür ins Schloss, ging schräg gegenüber meines neuen 12qm Wohntraumes nämlich die Tür auf und es trat ein blonder, nur mit Boxershorts bekleideter Typ (Handtuch über der Schulter, Kulturbeutel in der Hand und pfeifend) aus der Tür, ging 2 Türen weiter ins Gemeinschaftsbad und sagte im vorbeigehen nur kurz „Morgen!“

Alles klar, dachte ich mir, die sehr streng geschriebene Hausordnung wurde hier also eher frei interpretiert *gg*

Ab jetzt hatte ich noch 2 Tage Zeit mit einzurichten und die anderen Mädels kennen zu lernen.

Rückblickend betrachtet bin ich noch heute dankbar, auf diesem Bereich gelandet zu sein.

*Cut*

 

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