Der erste Schultag

Heute will ich mal wieder ein wenig historische Arbeit Rückblick betreiben.

Der erste Schultag kam und Oberschwester Hildegard fand sich um kurz vor „NullAchthundert“ an der Front im Klassenraum ein.

Beim betreten dessen sah sie schon einige Kandidaten im Stuhlkreis sitzen.

OSHchen in spe sagte schüchtern „Guten Morgen“, gab der Klassenleitung Frau Gnesu die Hand, schrieb sich in die Anwesenheitsliste ein und suchte sich einen Stuhl.

Als sie saß ließ sie den Blick schweifen. In Gedanken machte Oberschwester Hildegard sich Notizen:

„Sieht sympathisch aus!“

„Guckt unfreundlich!“

„Sieht sympathisch aus!“

„Sieht sympathisch aus!“

„Schwul!“

„Guckt unfreundlich!“

etc …

 

Als alle da waren begann die Vorstellungsrunde.

Siehe da, Mister Schwul sprach auch noch genau so und da er vergessen hatte sich in die Liste einzutragen konnte ich ein passendes Gangbild auch noch direkt feststellen.

Klischee – Klischee …*träller*

(Das wir mit Mister Schwul noch die geilsten Feste gefeiert haben sei hier nur am Rande erwähnt.)

Wir erfuhren viel Informatives zum Aufbau der Ausbildung, bekamen unsere Einsatzzettel, auf dem Stand in welchem Bereich wir unseren ersten praktischen Einsatz haben werden und die Schulbuchlisten und Stundenpläne.

Die Pausen waren voller Gedränge am Kaffeeautomat und schon sehr lustig.

Wir sollten eigentlich mit 31 Personen beginnen, aber eine Person zog es vor, weder den ersten noch einen der weiteren Tage dieser 3 Jahre zu erscheinen. 22 Mädels und 8 Jungs, die älteste Teilnehmerin war bereits 40, die jüngsten unter uns gerade 17.

Es war für jeden Geschmack was dabei. Ernste und humorvolle, Theoretiker und Praktiker, Sahneschnitten und Neee-Dankes.

Die nächsten 6 Wochen waren wir erstmal an die Schulbank gebunden und haben die ersten pflegerischen Einsätze in den Demo-Räumen geübt.

Wir erhielten unsere Dienstkleidung in diesen 6 Wochen und fühlten uns so ganz in weiß im Demoraum schon fast als vollwertige Kraft, immerhin hatten wir irgendwann schon perfektioniert, wie man Betten macht 🙂

Auch diese 6 Wochen gingen vorbei und man ließ uns auf die Stationen los.

Für das OSHchen ging es, hatten die Damen bei der Planung wohl noch im Kopf, dass sie eigentlich zu Kindern wollte und an die Erwachsenen erst heranwachsen muss, auf die Kinder- und Jugendorthopädie. Patienten zwischen „gerade auf der Welt“ und „junge Erwachsene“.

Es war für das OSHchen wirklich der perfekte Einstiegsbereich.

Was ich dort erlebte erzählt aber lieber ein weiterer Beitrag.

In diesem Sinne:

 

Gute Nacht Welt!

Oberschwester Hildegard

 

 

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