Casanova die Zweite: „Bitte freimachen!“

Der nächste Casanova in meiner Sammlung sollte eines schönen Tages seine wöchentliche i.m. Injektion erhalten.

Ich also zu ihm ins Zimmer, er saß noch im Rollstuhl, sonst hält er zu der Zeit ein wenig Nachmittagsruhe.

OSH: „Hallo Herr Werner! Es ist mal wieder so weit. Zeit für die Spritze.“

Herr Werner: „Hallo Schwesterchen! Ja gut. Dann los!“

OSH: „Bisher haben Sie die ja immer in den Poppes bekommen, soll ich Ihnen ins Bett helfen oder möchten Sie lieber weiter im Sessel sitzen, dann kann ich Ihnen die Spritze auch in den Oberarm geben?!?“

Herr Werner: „Ach, das ist mir egal!“

OSH: „In Egal dürfen wir aber nicht spritzen. Sie müssen sich entscheiden. Ich hol schonmal das Material und sie können sich das ja überlegen.“

Herr Werner: „Ach dann nehmen wir den Arm.“

OSH: „Ja gut, dann…“

Herr Werner: „…dann machen sie sich Obenrum schonmal frei!“ *grinst*

OSH *lachend*: „Ne ne mein Freund, der einzige der sich hier jetzt frei macht sind Sie!“

 

Die Injektion folgte dann in den richtigen, Oberrum befreiten Körper 🙂

 

Wieder schmunzelnd,

 

Euer OSHchen

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Casanova die Erste: „Huch – Wie komm ich denn an Dich?“

Es begab sich an einem Tag, als ich die Pflegemitarbeiter auf dem Wohnbereich, vor der Teilnahme an der Übergabe, noch schnell unterstützen wollte.

Also ging ich zu einem Bewohner, dem noch ins Bett geholfen werden musste.

Herr Bayer war schwer dementiell Erkrankt und Rollstuhlmobil.

Als er mich ins Zimmer kommen sah guckte er auf einmal mit großen Augen und es kam zu folgendem Dialog:

 

Herr Bayer: „Huch – Wie komm ich denn an Dich?“

OSH: „Wie meinen sie das?“

Herr Bayer: „Ja wann haben wir denn geheiratet? Ach auch egal!“

OSH: „Das weiß ich jetzt auf Anhieb auch nicht so genau. Aber ich denke, wenn Sie den Mittagsschlaf erstmal gehalten haben tut es sich mit dem Nachdenken wieder leichter, dann fällt es Ihnen bestimmt ein!“

*OSH hilft Herrn Bayer ins Bett*

OSH: „So! Geschafft! Liegen Sie bequem?“

Herr Bayer: „Ja, jetzt komm auch! *klopft mit der Hand auf die Matratze* Komm ins Bett!“

OSH: „Ups! Das ist jetzt aber blöd. Ich bin gar nicht müde.“ *und verschwand*

 

Jaja…. die Casanova ändern sich nie.

Umstellung …

…vom Schüler zum arbeitendem Volk.

Etwas zum schmunzeln.

 

Jaaaaa, die Umstellung ist erstmal nicht ohne.

Als Schüler hast du immer 5 Tagewoche.

Stehst, wie in meinem Fall damals irgendwann zwischen halb sieben und sieben auf.

Sitzt Mathe, Englisch Deutsch und weiteren Kram auf einer Arschbacke ab. Hast um 14:00 Uhr Feierabend und Heimweg schon hinter dir.

Die Hausaufgaben macht man spärlich selbst, ansonsten gibt es ja noch den Busweg am nächsten Morgen zum abschreiben.

Ständig Ferien.

 

Und nun willst du mit den Großen mitspielen. Gehst arbeiten.

 

Das OSHchen ging also erstmal 6 Wochen in die Krankenpflegeschule. Das war zur Eingewöhnung ganz nett. Wecker klingelte weiter zu dieser echt netten Zeit – 07:00 Uhr. Der Unterrichtstag war dann aber auch erst um 16:00 Uhr fertig, da brauchte es dann doch schon eine zweite Arschbacke.

Nur war das mit den Hausaufgaben jetzt auch nur noch alleine machbar. Also nach 16:00 Uhr noch weiter mit der Nase in die Bücher.

Aber noch war es zumindest weiter eine 5 Tagewoche.

 

Nach diesen 6 Wochen ging es dann in die praktischen Einsätze.

5,5 Tagewoche, das schloss also alle 14 Tage ein Dienstwochenende ein. Manchmal bedeutete das auch, dass man 11 Tage am Stück arbeiten musste. Dazwischen i.d.R. 2 Schultage die Woche inkl. allem Klausurkram und der Lernerei dazwischen.

Der Wecker klingelte jetzt ganze 2 Stunden früher. Um 6:00 Uhr war schließlich Dienstbeginn.

Außer man hatte Spätdienst, aber dann war man stattdessen eben auch erst um 22:00 Uhr daheim.

Der erste Urlaub stand erst am Ende der Probezeit an. Das hieß: vom 01.10. bis 15.03. arbeiteten wir die komplette Probezeit durch – bis auf die freien Tage im Monat, klar.

Und so kam der 14.03.99 im Leben des OSHchens in spe.

Dieser Tag war Tag 10 im Frühdienst am Stück auf dem Dienstplan des OSHchens in spe.

Das Ochsten in spe war am Ende der Schicht müde. Sehr müde!

Ich fiel in meinem Wohnheimzimmer aus der Dienstkleidung und landete im Bett.

Dort lag ich dann und schlief, bis ich irgendwann von alleine wieder wach wurde.

Ein Blick auf die große Bahnhofsuhr über der Tür brachte die nackte Panik! 06:45 Uhr!!!

Ich sprang auf, schlüpfte in die achtlos am Boden liegende Dienstkleidung, steckte mir während dessen die Zahnbürste in den Mund (zum ersten Mal war ich froh um die Waschbecken Ecke im Zimmer) und kämmte mir mit der anderen Hand die Haare.

Auf dem Weg zum Aufzug band ich mir die Haare zusammen.

Im Stechschritt ging ich über den Hof… es dämmerte schon….

Oben auf der Station angekommen ging ich mit Schuldbewusstem Blick ins Dienstzimmer, nicht ohne umgehend einen wasserfallartigen Schwall an Entschuldigungen los zu lassen.

Die Schwestern guckten mich nur an.

Irgendwann unterbrach mich eine und meint:

„Mädchen, lass gut sein! Geh jetzt heim, leg dich wieder ins Bett, schlaf nochmal ein paar Stündchen und morgen früh bist du dann pünktlich da. Du bist nicht zu spät. Dein Dienst beginnt in ca. 11 Stunden!“

 

Mit hochrotem Kopf ging ich wieder ins Wohnheim. Zum Abschied am nächsten Tag erntete ich viele Lacher 🙂

 

Wer den Schaden hat, hat braucht eben für den Spot nicht zu sorgen!

 

Gute Nacht Welt,

Euer OSHchen

 

Letzter Urlaubstag

So, morgen geht es wieder in mein Heimchen.
Urlaub ist rum.
Und soll ich euch etwas verraten?!
Ich hab es geschafft!
Ich habe am Anfang des Urlaubes die Synchronisierung meines dienstlichen Mail Accounts in meinem Äpfelchen ausgeschaltet und auch heute noch nicht wieder angemacht 😁

Seid stolz auf mich!
Ich bin es auch!

Schönen Sonntag Abend wünscht,

Euer OSHchen

Liebe Pflegefachkräfte und PflegehelferInnen,

ihr seid „die Herzstücke“ in der Pflege.

Eure Arbeit ist so wundervoll wertvoll.

Ihr seid in Eurem Beruf Seelentröster, Helfer in allen möglichen und unmöglichen Situationen des täglichen Lebens.

Ihr seid Lebenserleichterter, Lebensretter, Lebensbegleiter, Sterbebegleiter, Seelentröster, Naseputzer und viel mehr.

Ihr müsst mitfühlen und leiten.

Demenzaggressionen aushalten und mildern.

Ihr lacht mit, ihr weint mit, ihr steht unter Dauerstrom durch Reglementierungen.

Unter Dauerbeobachtung durch Prüfbehörden, Ehepartnern, Kindern.

Kaum ein Tag an dem nicht irgendjemand euch irgendeine Unterlassung oder Unflätigkeit unterstellt – man hört es doch immer in den Medien, wieso sollte es HIER anders sein.

Ihr müsst jeden Griff den ihr getan habt abzeichnen, aufschreiben unterschreiben – oft unter Zeitdruck.

Unter diesem noch die richtigen Medikamente an die richtigen Menschen verteilen und doch BITTE mit der nötigen Konzentration, auch wenn der halbe Flur schellt.

 

Eure Freizeit ist oft unheilig, weil ein Kollege ausfällt und wir leider nicht nur, wie in einem Amt, unsere Arbeit dann eben mit einer Person weniger geschafft bekommen.

Piloten gehen ohne Abzüge in Frührente, weil es ja zu gefährlich  (man könnte ja Fehler machen/unkonzentriert sein und damit Menschenleben gefährden) ist mit Ende 50 noch zu fliegen. Zu pflegen scheint nicht anfällig für Fehler zu sein.

Ärzte tragen hoch Verantwortung. Sie diagnostizieren, sie verordnen – sie werden ihrer „Verantwortung nach bezahlt“. Die Ausführungsverantwortung trägt im Falle unserer „Patienten“ aber die Pflegekraft. Wer kümmert sich hier um Verantwortungsgerechte Entlohnung? Apotheker, Anwälte … alle werden sie nach „Verantwortungsbereich“ bezahlt.

Wieso ihr nicht?

Weil ihr an den falschen Stellen über Eure Arbeitsbedingungen schimpft!

Und weil ihr nur schimpft!

 

Schimpfen alleine bringt uns aber nichts!

Wir müssen wir unseren Berufsstand kämpfen!

Ihr schimpft über die Kriterien des MDKs.

Meint ihr, es wäre in anderen Berufen, mit starker Lobby, zu solchen Vorschriften gekommen?

Das hätte sich kein Arzt oder Apotheker gefallen lassen!

In der Pflege gab es nur eine marginale Gegenwehr. Durch verschiedene, meist auch noch konkurrierende Pflegeverbände. Das waren keine Gegner sondern Opfer.

Wir sind so viele da draußen und es kann sich etwas bewegen, wenn ihr Euch bewegt!

Engagiert Euch bei den Gründungen der Pflegekammer! Rottet Euch zusammen! Geht auf die Straße – kommt aus der schimpfenden Opferrolle raus!

Damit werdet ihr zu Gegnern – zu Gegnern mit Lobby!

 

Ich wünsche Euch jeden Sieg! Ich will Euch nicht mehr sagen müssen „Ich weiß! Aber leider ist das die Grundlage! Wir liegen schon drüber! mehr geht  nicht ohne das mich das Controlling steinigt!“

Ich will kräftige, Ressourcen habende Pflegekräfte. Ressourcen habende Pflegekräfte haben Kraft zur Weiterentwicklung, zur Qualitätsarbeit auf höchstem Niveau. Und sie haben Zeit dafür!

 

Um es mit einer Textzeile der „Toten Hosen“ zu sagen: „Steh auf – wenn Du am Boden bist!“

 

http://www.pflegekammer-rlp.de

 

Hoffnungsvoll,

Eure OSH

Oberschwester Hildegard und die Erlebnisse der letzten Wochen

Hallo liebe Welt da draußen!

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht vor schlechtem Gewissen dieses Blogs gegenüber ins Bett gehe.

Ich schreibe viel zu selten, dabei passiert so viel.

So viel, dass ich es oft kaum in Worte gefasst bekomme.

Ich fahre heim mit dem Gedanken: Mensch, heute hast du wieder solo viel gehabt, du müsstest schreiben können wie ein Weltmeister.

Kaum zuhause angekommen ist der Kopf leer -einfach nur leer!

Ich weiß gar nicht mehr, was genau ich jetzt noch so besonders fand, dass ich es vorhin in Worte fassen wollte … Entweder ist Demenz ansteckend oder … ja was oder… es kann nur daran liegen 🙂

 

In der Zwischenzeit hat das Oberschwesterchen mal wieder den Jahrestag ihrer Geburt gefeiert.

Den Jahrestag des kennen lernens ihres Mannes vergessen – er aber zum Glück auch.

Das Skateboard fahrende Kind nach der zweiten Gipskontrolle doch noch in den OP schieben lassen müssen, weil das Reststück Speiche um 45° abgekippt ist. Nun habe ich halte ´nen Mini-Iron-Man zum Sohn.

Ihre Ernährung umgestellt und wieder mit regelmäßigerer Bewegung angefangen, sich dafür ein Laufband gekauft und 11kg an Gewicht sowie 2 Kleidergrößen verloren.

Und ein neues Tattoo bekommen.

 

Zum Glück hat der Tag 24 Stunden… damit hab ich ja quasi nichtmal ´nen Halbtagsjob…. bin schließlich mehr als die Hälfte der Zeit gar nicht jobtechnisch außer Haus…. man stelle sich nur vor es wäre ne volle ….. Ach lassen wir das besser, ich glaube mit meiner Rechnung überzeuge ich euch genau so wenig wie meinen Mann 🙂

Wie geht es euch da draußen?

Ist euch eigentlich klar, dass in weniger wie 2 Monaten schon Weihnachten ist???

Heute hab ich den ersten Wunschzettel bekommen und in 2 Monaten ist die Bescherung schon rum …

Wie die Zeit vergeht …

Ich glaube, gleich schreib ich mal den zweiten „Brief ohne Empfänger“ zu Ende. Er wartet schon einige Zeit auf Vervollständigung.

Also erstmal:

Bis dahin…

Euer OSHchen

 

 

 

Na? Welche Sprüche hört man ….

… als Mutter im Krankenhaus (jaaaa, als Begleitung für Patient Sohn) am liebsten?

Schwester: „Sorry, der Chirurg ist im OP, wir haben aber schnell die Internistin geholt wegen dem Röntgenauftrag, das sollte ja nun besser schnell gehen!“

Internistin: „Ohje! Brüche sind zwar nicht mein Gebiet, aber das sollten wir zügig behandeln. Ich trau mich gar nicht das anzufassen!“

Röntgen-Assistentin: „Na, das hat sich aber gelohnt!“

Wieder Schwester: „Halbe Sachen machst Du auch nicht, was?!“

Chirurg: „DAS hätte sogar unsere Internistin erkennen können!“

 

Oder auch 14 Tage später bei der Röntgenkontrolle und dem vorherigen auspacken aus dem Gips:

 

Chirurg: „Oh Shit!“ ——– Stille im Anschluß!

Oberarzt: „Das müssen wir im OP noch mal brechen und dann verplatten und verschrauben!“

 

Und, welche Sätze wollt ihr nie wieder hören???

 

Fragende Grüße,

Euer OSHchen