Liebe Pflegefachkräfte und PflegehelferInnen,

ihr seid „die Herzstücke“ in der Pflege.

Eure Arbeit ist so wundervoll wertvoll.

Ihr seid in Eurem Beruf Seelentröster, Helfer in allen möglichen und unmöglichen Situationen des täglichen Lebens.

Ihr seid Lebenserleichterter, Lebensretter, Lebensbegleiter, Sterbebegleiter, Seelentröster, Naseputzer und viel mehr.

Ihr müsst mitfühlen und leiten.

Demenzaggressionen aushalten und mildern.

Ihr lacht mit, ihr weint mit, ihr steht unter Dauerstrom durch Reglementierungen.

Unter Dauerbeobachtung durch Prüfbehörden, Ehepartnern, Kindern.

Kaum ein Tag an dem nicht irgendjemand euch irgendeine Unterlassung oder Unflätigkeit unterstellt – man hört es doch immer in den Medien, wieso sollte es HIER anders sein.

Ihr müsst jeden Griff den ihr getan habt abzeichnen, aufschreiben unterschreiben – oft unter Zeitdruck.

Unter diesem noch die richtigen Medikamente an die richtigen Menschen verteilen und doch BITTE mit der nötigen Konzentration, auch wenn der halbe Flur schellt.

 

Eure Freizeit ist oft unheilig, weil ein Kollege ausfällt und wir leider nicht nur, wie in einem Amt, unsere Arbeit dann eben mit einer Person weniger geschafft bekommen.

Piloten gehen ohne Abzüge in Frührente, weil es ja zu gefährlich  (man könnte ja Fehler machen/unkonzentriert sein und damit Menschenleben gefährden) ist mit Ende 50 noch zu fliegen. Zu pflegen scheint nicht anfällig für Fehler zu sein.

Ärzte tragen hoch Verantwortung. Sie diagnostizieren, sie verordnen – sie werden ihrer „Verantwortung nach bezahlt“. Die Ausführungsverantwortung trägt im Falle unserer „Patienten“ aber die Pflegekraft. Wer kümmert sich hier um Verantwortungsgerechte Entlohnung? Apotheker, Anwälte … alle werden sie nach „Verantwortungsbereich“ bezahlt.

Wieso ihr nicht?

Weil ihr an den falschen Stellen über Eure Arbeitsbedingungen schimpft!

Und weil ihr nur schimpft!

 

Schimpfen alleine bringt uns aber nichts!

Wir müssen wir unseren Berufsstand kämpfen!

Ihr schimpft über die Kriterien des MDKs.

Meint ihr, es wäre in anderen Berufen, mit starker Lobby, zu solchen Vorschriften gekommen?

Das hätte sich kein Arzt oder Apotheker gefallen lassen!

In der Pflege gab es nur eine marginale Gegenwehr. Durch verschiedene, meist auch noch konkurrierende Pflegeverbände. Das waren keine Gegner sondern Opfer.

Wir sind so viele da draußen und es kann sich etwas bewegen, wenn ihr Euch bewegt!

Engagiert Euch bei den Gründungen der Pflegekammer! Rottet Euch zusammen! Geht auf die Straße – kommt aus der schimpfenden Opferrolle raus!

Damit werdet ihr zu Gegnern – zu Gegnern mit Lobby!

 

Ich wünsche Euch jeden Sieg! Ich will Euch nicht mehr sagen müssen „Ich weiß! Aber leider ist das die Grundlage! Wir liegen schon drüber! mehr geht  nicht ohne das mich das Controlling steinigt!“

Ich will kräftige, Ressourcen habende Pflegekräfte. Ressourcen habende Pflegekräfte haben Kraft zur Weiterentwicklung, zur Qualitätsarbeit auf höchstem Niveau. Und sie haben Zeit dafür!

 

Um es mit einer Textzeile der „Toten Hosen“ zu sagen: „Steh auf – wenn Du am Boden bist!“

 

http://www.pflegekammer-rlp.de

 

Hoffnungsvoll,

Eure OSH

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