Kuriosität 2

Medikamenten Management….

In der Altenpflege wird die Medikamentenversorgung der Bewohner mit dem Hausarzt über Bewohnerbezogene Rezepte gestaltet. Dies erwähne ich extra, da es im Gegensatz zum Krankenhaus, wo es über den Stationsbedarf geregelt wird, eben ein Unterschied ist.

Natürlich bezahlen die jeweiligen Krankenkassen des Bewohners diese Medikamente, wie bei jedem nicht-pflegebedürftigen auch.

„So weit – so gut“ die Erste…..

 

Die Vorgaben zur Medikamentenlagerung (Räume und/oder Schränke) werden für Altenheime ebenso hoch gehalten, wie für Apotheken selbst. Wir sprechen hier von Temperaturen, Sauberkeit und ähnlichem. Dieses muss man sogar regelmäßig durch einen Apotheker kontrollieren und protokollieren lassen. Täglich die Kühlschranktemperatur notieren etc.

„So weit – so gut“ die Zweite….

 

Unsere Ausgaben im Gesundheitssystem sind so hoch wie in kaum einem anderen Land.

„So weit – so gut“ die Dritte….

 

Bei älteren Menschen werden immer wieder mal Medikamente abgesetzt, umgestellt oder die Menschen versterben einfach ohne ihre Packungen aufgebraucht zu haben.

„So weit – so gut“ die Vierte….

 

Was passiert mit diesen Medikamenten, die dann nicht mehr von diesem Menschen selbst genommen werden?

Diese Medikamente landen ausschließlich im Müll! Sie werden entsorgt! Gute Medikamente, um die viele Menschen in anderen Ländern dankbar wären.

Die meist auch viele andere Menschen im selben Heimchen von ihren Ärzten auch verordnet bekommen.

Oft sogar welche, deren Vorrat im selben Raum, direkt über/unter/neben dem „jetzt nicht mehr Einnehmenden“ bevorratet werden.

 

In meinem kleinen Heimchen kam es monatlich zum Verwurf einer großen Apotheken Kiste (etwas kleiner wie diese Falteinkaufskörbe) voller Medikamente. Und zwar nicht mit Umverpackung drumrum, die ja auch Platz wegnimmt, sondern die einzelnen Blister.

Man muss sich nur mal vorstellen, wieviel Geld das ist! Wieso darf dieses korrekt gelagerte Medikament nicht von Bewohner Y auf Bewohner Z weiter gegeben werden?

Neiiiiin…… die Vorschrift (MDK und Prüf- und Teilhabebehörde) sagt, dass das umgehend (mündl. bekam ich sogar schon die Aussage innerhalb von 24h) aus dem Heimchen zu entfernen ist.

Das geht ja sogar so weit, dass aufgrund der Besonderen Rezept und Dokumentationslage bei BTMs Unangebrochene Packungen Morphine (mehrere Hundert Euro), die jemandem verordnet wurden, der dann evtl. schnell verstirbt , nicht (gerne auch erst per aufwendigem Papierkrieg und besonderer Dokumentation) zurück gegeben werden können um weiter genutzt zu werden (irgendjemand wird wohl kurz drauf die selben Ampullen verordnet kriegen) oder vielleicht sogar per Papierkrieg dem verordnetem Hausarzt für den Notfallbedarf ausgehändigt werden dürfen. Nein, dieses Medikament wird, kaum dass es die Apotheke verlassen hat, ungenutzt vernichtet werden müssen, wenn es nur einmal auf Herrn Müllermeierschulz ausgegeben wurde…..

Größenwahnsinniges, reiches, deutsches Gesundheitssystem….

 

Kopfschüttelnde Grüße,

Euer OSHchen

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2 Kommentare zu “Kuriosität 2

  1. Wenn mein Kopf aufhört zu schütteln, dann könnte ich durchaus und so… Meine Güte und dann meckern Sie immer, alles ist zu teuer. Diese Krankenkassen werden mir immer unheimlicher.

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